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Entdecke die Geschichte

Entdecke den Ursprung der „aquae patavinae“ und die Geschichte der Landschaft des euganeischen Thermalgebietes...

 

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Villa von Via San Mauro
Montegrotto Terme, 1. Jh. v. Chr. – 2. Jh. n. Chr.

Innerhalb eines Privatgrundstücks befinden sich die Reste einer prächtigen Villa, die im 1. Jh. n. Chr. gebaut und bis Ende des 2. – 3. Jh. n. Chr. bewohnt war. Dieser Villa, in der während des 20. Jahrhunderts mehrmals Ausgrabungskampagnen durchgeführt wurden, gehören mehrere Räume mit Mosaikböden, in denen weiße und schwarze Mosaiksteine geometrische Formen bilden.


Forschungsgeschichte

Die ersten Reste der römischen Villa, zwei Räume mit Mosaikfußboden (1, 2), kamen im Jahre 1927 zum Vorschein im Landgut Sgaravatti, das später in den Grundbesitz Donà eingegliedert wurde. Die vollständige Ausgrabung erfolgte im Jahr 1933, als man leicht östlich weitere Räume (3, 4) entdeckte, ebenfalls mit Marmorfußboden und Steinplatten bedeckt. Weitere Mosaikfragmente wurden 1966 gefunden. Seit dem Jahr 1969, nach verschiedenen Bauarbeiten mit der Genehmigung der Soprintendenza per i Beni Archeologici del Veneto, befinden sich in Unterschutzstellung die mit Mosaiken geschmückten Räume 1 und 2, der Raum mit den kleinen Pfeilern (5) und eine Gruppe von anderen Gemächern (6), die sich auf der sudöstlichen Seite befanden (D.M. des 24. September 1969 und Anordnung der archäologischen Wichtigkeit seitens des Generaldirektors der Kultur- und Landschaftsgüter der Venetien des 14.10.2010). Weitere Forschungen im selben Gebiet wurden im Jahre 2007 durchgeführt und brachten zur Entedeckung einer Gruppe von weiteren Räumen (7 und angrenzende).


Beschreibung

Römerzeit

Die Villa kam nach zeitlich und räumlich lückenhaften Untersuchungen zum Vorschein, deswegen ist es jetzt schwierig Ausmaß und Planimetrie der Villa zu rekonstruieren. Es besteht aber die klare Wahrnehmung, dass es sich um ein artikuliertes Gebäude von hohem Wert handelte, wie man aus den noch vorhandenen Fußbodenbelägen und der während der Ausgrabung entdeckten architektonischen Dekorationen ersehen kann.
Raum 1, Fußboden aus schwarzem Mosaik und weißen Würfeln, Raum 3, Fußboden aus Mosaik mit Rautenmuster und von einem Zopf umrandeten Quadraten, und Raum 4, Fußboden aus weißen und schwarzen Marmorplatten (opus sectile) waren Teile eines größeren von Korridoren und Laubengängen eingeschlossenen Wohnviertels: die Fußbodenreste 2, wo ein sogenanntes quadratisches „Matten“-Muster gut zu erkennen ist, bildeten wahrscheinlich das Ende einer dieser Korridore.
Das Vorhandensein im Raum 5 von kleinen Ziegelpfeilern (pilae) lässt an einen erwärmten Raum denken; unter den westlichen Räumen befanden sich ein Raum mit einem schwarz-weißen Fußboden und hexagonalem Wabenmuster, ähnlich dem in Ortschaft „Lastra“, und ein weiterer Raum (7) mit einem mit Marmorplättchen dekorierten Estrich, zu dem man durch einen engen Gang gelangen konnte.
Verschiedene Elemente, wie Schließung verschiedener Räume durch Trennwände und Erneuerung der Fußböden, bezeugen, dass mehrere Umstrukturierungen in diesem Gebäude durchgeführt wurden. Auch im Vergleich zu der ursprünglichen Anlage des 1. Jh. n. Chr. ist eine ständige Benutzung während des 2. Jh. n. Chr., durch den Fund von Bleiwasserleitungen mit dem Zeichen/Marke von Arria Fadilla, Mutter des Kaisers Antoninus Pius (138 – 161 n. Chr.) bezeugt.
In späteren Jahren wurde auf den Strukturen der verfallenen und vielleicht teils wiederbenutzten römischen Villa eine kleine Nekropolis erbaut, wie schon in der Villa von Via Neroniana.

 

Chronologie

Bau der Villa: 1. Jh. n. Chr.
Benutzung und Umstrukturierung: 1. – 3. Jh. n. Chr.
Verlass und Friedhof: Spätantike.

 

Geographischer Kontext

Die Villa aus der Römerzeit befand sich am Fuß des südlichen Abhangs des niedrigen Hügels, der historisch als Colle Bortolone oder Montegrotto bekannt war.

 

Bibliographie

Delle antiche terme di Montegrotto. Sintesi archeologica di un territorio , a cura di S. Bonomi, Montegrotto Terme (PD) 1997, pp. 29-31, 40, n. 13.
Ghislanzoni E., Montegrotto. Scoperta di edifici romani e di una iscrizione funeraria, in Notizie degli Scavi di Antichità, 1931, pp. 9-13.
Lazzaro L., Montegrotto romana e preromana, Padova 1966, pp. 56-57.
Lazzaro L., Fons Aponi. Abano e Montegrotto nell’antichità, Abano (PD) 1981, pp. 138-140.
Lazzaro L., Le terme d’Abano nell’antichità, in Per una storia di Abano Terme. Parte Prima. Dall’età preromana al Medioevo, a cura di B. Francisci, Abano 1983, pp. 83.
Rinaldi F., Mosaici e pavimenti del Veneto. Province di Padova, Rovigo, Verona e Vicenza (I sec. a .C.-VI sec. d.C.), 2007, tav. tav. XXV.
Zanovello P., Da Patavinorum Aquae a Terme Euganee, in Padova. Città tra pietre e acque, a cura di G. Baldissin, Cittadella (PD) 2001, pp. 51.
Zerbinati E., Edizione archeologica della Carta d’Italia al 100.000. Foglio 64. Rovigo, Firenze 1982, pp. nn. 23 e 88.

 
 

Zugang
Kein Zugang. Die Reste befinden sich in einem Privateigentum.

Materialarchiv

Herkunft: Areal der Villa
Chronologie: Ende des 1. Jh. v. Chr. – Anfang des 1. Jh. n. Chr. (Anfang der römischen Kaiserzeit)


Beschreibung
Fast unversehrter Stirnziegel (Höhe: 23,5 cm, Länge: 18 cm) von schmaler dreieckiger Form; auf einer Seite ist eine Theatermaske abgebildet. Die wenig vollendete Maske stellt ein männliches Gesicht mit hochgezogenem Haarschmuck dar, mit nach unten gewandten Augen, erweiterten Nasenlöchern, mit einem zu einer Grimasse verzogenen offenen Mund: sie ist von den Masken inspiriert, die während der Theatervorstellungen von den Tragöden getragen werden. Die restliche Oberfläche wird von einer neunlappigen Palmette ausgefüllt; am unteren Teil ahmt die Dekoration die architektonischen Gesimse im ionischen Stil nach. Die Dekoration wurde mit einer Gussform erhalten, d.h. mit dem Gießen der lehmigen Tonmasse in einer eigens modellierten Matrize vor dem Brennvorgang.

Funktion
Der Stirnziegel hatte hauptsächlich eine strukturelle Funktion, da sie die Rinne der letzten Dachpfanne an der Dachbasis abschloss. Die dargestellten Figuren hatten eine dekorative Funktion: Satyrn, wie in diesem Falle, aber auch oft Theatermasken mit deformierten Grimassen. Das abscheuliche oder deformierte Gesicht hatte eine apotropäische Funktion, d.h. seine Darstellung hatte die Funktion, die bösen Geister zu erschrecken und sie somit von dem Haus oder dem Gebäude fern zu halten.


Aufbewarungsort: Soprintedenza per i Beni Archeologici del Veneto, Lager
Herkunft: Areal der Villa
Chronologie: Ende des 1. Jh. v. Chr. – Anfang des 1. Jh. n. Chr. (Anfang der römischen Kaiserzeit)


Beschreibung
Fragment eines Dachrandelements (Sima) aus Terrakotta (Länge: 27,2 cm; Breite: 40 cm; Höhe: 3,4 cm); auf einer Seite ist ein weibliches Gesicht dargestellt. An beiden Seiten des Gesichts sind zwei Löwenprotome mit durchbohrten Rachen und zwei Rippen mit schrägen Kannelüren abgebildet; über den Figuren befinden sich zwei Rosetten mit vier Blütenblattern und eine Wolfzahnverzierung. Die Dekoration wurde mit einer Gussform erhalten, d.h. mit dem Gießen der lehmigen Tonmasse in einer eigens modellierten Matrize vor dem Brennvorgang.

Funktion
Die Sima ist das Schlußteil eines Dachrandes am Ende der Dachflächen; sie diente zur Sammlung und Ableitung des Regenwassers von dem Dach: In dieser Sima waren die Löwenrachen durchbohrt und ermöglichten die Abführung des Regenwassers. Die dargestellte Figur diente als Dekor, hatte aber auch eine apotropäische Funktion, d.h. seine Darstellung hatte die Funktion, die bösen Geister zu erschrecken und sie somit von dem Haus oder dem Gebäude fern zu halten.


Aufbewarungsort: Soprintedenza per i Beni Archeologici del Veneto, Lager