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Entdecke die Geschichte

Entdecke den Ursprung der „aquae patavinae“ und die Geschichte der Landschaft des euganeischen Thermalgebietes...

 

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Römisches Lager und moderner Bau am Montirone
Abano Terme, 50 v. Chr. – Anfang 1. Jh. n. Chr. und 19. – 20. Jahrhunderts

Nicht weit entfernt von dem Colle Montirone wurde ein Lager gefunden, das aus Hunderten von Keramikgefäßen (dünnwandigen Gläsern, tierförmigen modellierten ”rhytà ”und vielen anderen bestand. Alle sind zwischen der zweiten Hälfte des 1. Jh. v. Chr. und dem 1. Jh. n. Chr. datierbar. Es handelte sich wahrscheinlich um des Lager eines ”emporium”, Nicht weit vom Colle Montirone entfernt wurde ein Lager gefunden, das aus Hunderten von Keramikgefäßen (dünnwandigen Gläsern, tierförmigen modellierten ”rhytà” und vielen anderen bestand. Alle sind zwischen der zweiten Hälfte des 1. Jh. v. Chr. und dem 1. Jh. n. Chr. datierbar. Es handelte sich wahrscheinlich um das Lager eines emporium, mit den nahen Thermalquellen verbunden.
Heute ist der Montirone ein öffentlicher Park.


Forschungsgeschichte

Das Material kam 1951während der Bauarbeiten des Hotels Due Torri – Morosini in Abano Terme zum Vorschein.


Beschreibung

Römerzeit

Im Raum des Montirone wurde ein Lager von vielen sehr auserlesenen Gefäßen aufgefunden, unter ihnen sind etwa hundert dünnwandige Gläser aus grauer und orangefarbigen Tonmasse, mit der Inschrift der Töpfer, Aco, ”Acastus”, ”Norbanus”, ”Diophanes” und ”Clemens”, und zwölf glasierte ”rhytà ”.
Anfangs wurde es als Lager von Votivgaben ausgelegt, aber heute sieht man in ihm ein Lager eines emporium, einer Art von Laden, wo die Gläubigen das Material für die heiligen Ritualien finden konnten, die bei den nahen Quellen gefeiert wurden, wie Trankopfer, Opfergaben, Trinken des heilenden Wassers mit dem ”rhyton”, Sammlung und Mitnehmen des Wassers mit den heilenden Eigenschaften, das man auch außerhalb der Thermalzone trinken durfte. Aus dem gleichen Gebiet stammt eine Bronzestatuette, die Merkur mit dem typischen Geldbeutel (”marsupium”) darstellt, wahrscheinlich ein Hinweis auf die „kommerzielle“ Nutzung des Thermalwassers.

Mittelalter und moderne Zeit

Der Montirone ist heute ein öffentlicher Park: wenn auf den Wiesen und den Wegen geht, ist es nicht selten, dass blanke Steine auftreten, die ihren vulkanischen Ursprung bezeugen. Der Eingang ist durch eine Kolonnade in korinthischem Stil gekennzeichnet, die am Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet wurde. Neben dem Eingang befindet sich eine Skulptur, die eine dorische Säule darstellt mit einer von den Windungen einer Schlange umschlungenen Schale: Werk von Giuseppe Jappelli (1825), das zum Anlass des Besuches des Kaisers von Österreich Franz I errichtet wurde. Zu jener Zeit und auch bis vor einigen Jahren quoll noch spontan das Thermalwasser mit einer Temperatur von mehr als 80°C.
Auf beiden Seiten des Haupteinganges zu dem Park befinden sich die städtische Pinakothek des Montirone, mit Werken des 14. – 20. Jahrhunderts und die Galerie für Zeitgenössische Kunst.

 

Chronologie

50 v. Chr. – Anfang 1. Jh. n. Chr.
Gebäude und Kunstwerke des 19. und 20. Jahrhunderts

 

Geographischer Kontext

Die Gegenstände stammen aus dem flachen Gebiet, das als Montirone bekannt ist und das sich östlich des Colle di Monteortone und nordöstlich des Colle di S. Daniele befindet.

 

Bibliographie

Bronzi antichi del Museo Archeologico di Padova , a cura di G. Zampieri, B. Lavarone, Roma 2001.
Capuis L., Abano e la zona termale euganea in epoca preromana, in Per una storia di Abano Terme, I. Dall’età preromana al Medioevo, Abano Terme 1983, pp. 11-45.
Lavizzari Pedrazzini M.P., Il deposito del Montirone (Abano), in Quaderni di Archeologia del Veneto XI, 1995, pp. 109-166.
Lazzaro L., Fons Aponi. Abano e Montegrotto nell’antichità, Abano (PD) 1981.
Lazzaro L., Le terme d’Abano nell’antichità, in Per una storia di Abano Terme. Parte Prima. Dall’età preromana al Medioevo, a cura di B. Francisci, Abano 1983, pp. 47-105.
Verdi A., Note storiche sulle sorgenti del Montirone, in Pinacoteca Civica del Montirone, Abano Terme 1997, pp. 54-80.

 
 

Zugang
Freier Zugang. Die Reste des römischen Lagers sind nicht mehr sichtbar.

Materialarchiv

Herkunft: Lager des Montirone
Chronologie: Letzte Jahrzehnte des 1. Jh. v. Chr.


Beschreibung
Unversehrte glasierte Keramikvase, d.h. eine Vase mit einem wasserundurchlässigen Überzug versehen: auf der Außenseite, unter der Mündung der Vase sind das Gesicht einer Gorgo und auf dem Gefäßkörper dreimal das gleiche Paar abgebildet: eine halbnackte weibliche Figur, von der Rückseite abgebildet, mit einer großen Traube Weinbeeren in der Hand, eine männliche Figur mit einem drapierten Gewand. Es handelt sich wahrscheinlich um einer Mänade und um den Gott, den sie verehrte, und zwar Dionysos. Ein Lorbeerkranz mit Beeren trennt den Gefäßkörper von dem Oberteil in Form eines Antilopenkopfes, aus dessen Mund die Tülle zum trinken hervorragt. Die Dekoration wurde mit einer Gussform erhalten, d.h. mit dem Gießen der lehmigen Tonmasse in eine eigens dazu modellierte Matrize vor dem Brennvorgang.

Funktion
Die modellierten Vasen mit tierischen Protomen haben einen uralten Ursprung: aus Persien, wo sie traditionell benutzt wurden, kamen sie schon im 5. Jahrhundert v. Chr. nach Griechenland, um dann auch von der italischen Kultur aufgenommen zu werden. Der griechische Name ”rhytà ” (Plural von ”rython”), mit dem sie bekannt sind, weisen auch auf ihren rituellen Gebrauch hin. In einem Thermalkontext dienten die ”rhytà ”wahrscheinlich zum Trinken des Thermalwassers für therapeutische Zwecke.


Aufbewarungsort: Museo Nazionale Atestino – Este (I.G. 6339)
Herkunft: Lager des Montirone
Chronologie: Letzte Jahrzehnte des 1. Jh. v. Chr.


Beschreibung
Fast unversehrte glasierte Keramikvase (10 x 12 cm), d.h. eine Vase mit einem wasserundurchlässigen Überzug versehen: auf dem Gefäßkörper verbleibt nur ein Teil eines Akanthusblattes und einer Beere, der Oberteil ist in Form eines Pferdekopfes modelliert, im Galopp dargestellt und mit einem reichen Halszaumzeug. Die Dekoration wurde mit einer Gussform erhalten, d.h. mit dem Gießen der lehmigen Tonmasse in eine eigens dazu modellierte Matrize vor dem Brennvorgang.

Funktion
Die modellierten Vasen mit tierischen Protomen haben einen uralten Ursprung: aus Persien, wo sie traditionell benutzt wurden, kamen sie schon im 5. Jahrhundert v. Chr. nach Griechenland, um dann auch von der italischen Kultur aufgenommen zu werden. Der griechische Name ”rhytà ” (Plural von ”rython”), mit dem sie bekannt sind, weisen auch auf ihren rituellen Gebrauch hin. In einem Thermalkontext dienten die ”rhytà” wahrscheinlich zum Trinken des Thermalwassers für therapeutische Zwecke.


Aufbewarungsort: Museo Nazionale Atestino – Este (I.G. 6344)
Herkunft: Lager des Montirone
Chronologie: Letzte Jahrzehnte des 1. Jh. v. Chr.


Beschreibung
Unversehrter Keramikbecher. Die charakteristische Stärke der Wände gibt diesem Gegenstand die Bezeichnung eines „dünnwandigen“ Bechers. Auf der Außenseite, unter einem Knospenkreis, wechselt sich ein aus Akanthusbüscheln hervor sprießendes Schösslingsmuster mit verschiedenen Sorten von Blumen ab und mit einem Farnenmuster auf einer Palmette mit Amoretten- oder Vogelfiguren. Auf dem Becher kann man die Unterschrift des Töpfers erkennen ”[C. Aco] Diophanes”, der in der Werkstatt des Aco arbeitete.

Funktion
Das dünnwandige Geschirr, wie dieser Becher oder auch andere Trinkgefäße wie Tassen und Kelche, war ein Teil des raffinierten Tafelgeschirrs, das im ganzen römischen Reich, hauptsächlich in der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts v. Chr., verbreitet war. Das Vorhandensein der Namen der Töpfer, wie in diesem Falle, gibt die Möglichkeit auch die Herkunft der Werkstätte und das Zeitalter zu erkennen.


Aufbewarungsort: Museo Nazionale Atestino – Este (I.G. 6551)