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Entdecke die Geschichte

Entdecke den Ursprung der „aquae patavinae“ und die Geschichte der Landschaft des euganeischen Thermalgebietes...

 

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Die hydrologischen Aspekte

Hydrologische Aspekte des Euganeischen Thermalgebietes

Das Euganeische Thermalgebiet ist eine der wichtigsten Thermalzonen Norditaliens und dehnt sich auf eine Fläche von 36 km2 aus. Seit dem 20. Jh. wird das Thermalwasser für therapeutische Zwecke intensiv durch Bohrungen gewonnen. Im Gebiet gibt es ca. 100 Bergbaukonzessionen und die sondierten Brunnen sind mehr als 450. Derzeit sind ca. 250 Brunnen aktiv mit einer Gewinnung von ca. 15 Millionen m3 Thermalwasser pro Jahr. Nach 1950 infolge der Zunahme der Nachfrage, wurde eine Senkung des Thermalwasserpegels beobachtet mit dem folgenden Verschwinden aller natürlichen Quellen. Mit dem Erlass einer Regelung der erlaubten Förderungsmengen stieg der Thermalwasserpegel wieder an, der so nun praktisch stabil ist. Die Gewinnung des Thermalwassers erfolgt in der Gesteinschicht, die sich in unterschiedlicher Tiefe befindet: Einige Meter tief in Montegrotto Terme und ca. 200 Meter in Abano Terme.

Das Thermalwasser hat eine Temperatur zwischen 65°C und 86°C; die chemische Zusammensetzung vorwiegend aus Natrium Chlorid und die gesamte Salinität, die auch 6 gr/l erreichen kann, zeigt, dass man in Anwesenheit eines tiefen hydrothermalen Kreislaufes ist. Die Analyse der Wasserstoffisotopen (3H) zeigt Residenzzeiten von über 60 Jahren und wahrscheinlich auch einiger Jahrtausende, wie auch von Kohlenstoffisotopenanalyse (14C) bestätigt wird. Diese Vermutung eines tiefen Ursprungs des Euganeischen Thermalwassers mit langen Residenzzeiten wird auch von jüngsten Isotopenuntersuchungen von den Travertinsteinen in Abano Terme (Montirone) bestärkt, die einen extrem niedrigen Urangehalt und ein sehr hohes 234/U/238U Verhältnis haben.
Das Wasserspeicherbecken befindet sich 80 -100 km nördlich der Euganeischen Thermalzone in den Voralpen nördlich von Schio (Provinz Vicenza). Sauerstoff Isotopen Untersuchungen (∂18O) zeigen an, dass das Thermalwasser von Regenniederschlägen auf einer Höhe von 1.500 Meter herkommt, die der mittleren Höhe der Gebirge entspricht. Das Meteorwasser versickert und erreicht wahrscheinliche eine Tiefe von ca. 3 km und wird dank des geothermischen Gradienten (30°C/km) erwärmt.

Von dem Speicherbecken fließt das Wasser nach Süden dank der Gesteinverschiebungen dieses Beckens, der mit der Aktivität der Verwerfung Schio – Vicenza verbunden ist, die als die wichtigste Kreislaufstruktur der Euganeischen Thermalgewässer betrachtet werden kann. Auf der Höhe des Euganeischen Thermalgebietes stoßen die Gewässer in großer Tiefe auf einige Bruchstellen, die mit der Verwerfung Schio – Vicenza verbunden sind. Durch diese Bruchstellen steigt das Wasser auf und erreicht das Hauptthermalspeicherbecken, das hauptsächlich aus Kalk- und Dolomitstein des Mesozoikums (vor ca. 251 -65 Millionen Jahre) besteht. Von hier, durch weitere Bruchstellen gelangt es an die Oberfläche.