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Entdecke die Geschichte

Entdecke den Ursprung der „aquae patavinae“ und die Geschichte der Landschaft des euganeischen Thermalgebietes...

 

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Remote sensing

Remote sensing: Untersuchungen durch Fernerkundung

Remote sensing ist die Gesamtheit der Verfahren zur Gewinnung von Informationen über die Erdoberfläche, die durch Messung und Interpretation von der “Ferne“ gesammelt werden, wie zum Beispiel von einem Flugzeug (Flugaufnahmen) oder von einem Satellit (Li.D.A.R.). Aus der Höhe kann man nämlich die Spuren der natürlichen und der vom Menschen verursachten Verwandlungen erfassen, die fortgehend ein bestimmtes Territorium interessiert haben und sie in Sequenz stellen, von den ältesten bis zu den jüngsten (relative Chronologie). Diese Spuren werden als Anomalien bezeichnet, weil sie eine mit bloßem Auge nicht sichtbare Diskontinuität auf der Oberfläche darstellen.

Die Resultate der Fernerkundung stellen ein sehr wichtiges Instrument für die historische Erforschung eines Gebietes und dessen Schutz dar, weil sie die Vielfalt der aufeinandergefolgten Veränderungen zu erkennen ermöglichen ohne einen direkten Zugang zum Objekt, wie man zum Beispiel mit den Ausgrabungen hat. Eine Grenze dieser Methodologie liegt in der Unmöglichkeit, die Datierung der entdeckten Spuren festzulegen (absolute Chronologie); deswegen muss diese Technik mit anderen traditionelleren verbunden werden, wie mit der kartografischen, bibliografischen und Archivuntersuchung, mit der Oberflächenbegehung (survey) und mit der direkten Grabung.

 

Flugaufnahmen

Die Erforschung des Territoriums von Montegrotto Terme und der anderen Gemeinden des Euganeischen Thermalgebietes wurde dank der Verfügbarkeit von einer reichen Reihe von gegenwärtigen und historischen Luftaufnahmen (von 1944 bis heute), digitale Ortofotos* (2008) und digitale infrarot Ortofotos (2006) durchgeführt.

Tracce di foto interpretazione in cui sono riconoscibili delle canalizzazioni sepolte testimonianza di uno sfruttamento agrario antico. Area a NE del centro di Montegrotto.


Die wichtigsten Ergebnisse, die durch die Analyse der Flugaufnahmen erhalten wurden, beziehen sich in der Identifizierung von jetzt aufgefüllten Kanälen und Gräben, die auf eine landwirtschaftliche Ausnutzung der Ebene östlich der Euganeischen Hügel zurückführen. Die gesamte Struktur dieser Dränungen, auch wenn mit den jetzigen Orientierungen sehr ähnlich, bezeugt eine landwirtschaftliche Ausnutzung von schon langer Zeit.
Vor allem mit Lidarmessungen wurden mehrere Anomalien im Gebiet des Monte Castello in Montegrotto Terme festgestellt, die der landwirtschaftlichen Ausnutzung zuzuschreiben sind, unmittelbar in der Nähe der Siedlung der Bronzezeit. Das lässt eine direkte Verbindung von Landwirtschaft und Ansiedlung vermuten, diese Vermutung kann aber nur durch eine gezielte Oberflächeuntersuchung (survey, Ausgrabungen) bestätigt werden.

 

Li.D.A.R.

Li.D.A.R. (Light Detection And Ranging) ist eine Entfernungsmesstechnik, mit der ein digitales Modell der einzelnen Oberflächen durch die Aussendung von Laserimpulsen von einer Luftstation hergestellt wird. Da die Zeit, die der Laserstrahl benötigt, um zum Ausgangspunkt zurückzukehren, die Entfernung des Objektes vermisst, erhält man nicht eine platte, sondern eine auch von den kleinsten Höhenunterschieden charakterisierte Oberfläche des untersuchten Terrains.
Diese Technik ermöglicht eine detaillierte Morphologie zu erkunden und, außer den mit bloßem Auge erkennbaren Strukturen (Mauern, Erdwalle, Gräben, Terrassierungen, Kanäle, Landgutaufteilungen) auch verborgene Elemente, dank lokaler Höhenanomalien zu entdecken. Ein weiterer Vorteil dieser Technik besteht in der Möglichkeit der Verarbeitung der Resultate: Insbesondere ist es möglich durch verschiedene Methoden und Algorithmen, die Vegetation zu entfernen und somit Waldgebiete zu untersuchen, die sonst mit der Entfernungsmesstechnik nicht analysierbar wären.

Particolare delle tracce individuate su Monte Castello attraverso l’uso del modello digitale del terreno (Lidar). Si può osservare la strada che giunge alla sommità del dosso (in rosso), delle tracce parallele di un probabile fossato (in giallo), delle tracce di possibili terrazzamenti abbandonati (in verde) e delle tracce di probabili strutture sulla cima del colle (in blu).

Im Euganeischen Thermalgebiet wurde die Lidar Technik zur Untersuchung der unter der Vegetation verborgenen Spuren in der Hügellandschaft südlich von Montegrotto Terme angewandt. Mit der Auswertung des digitalen Modells wurde eine Reihe von Anomalien festgestellt, die sich auf dem Gipfel einiger Hügel befanden. Die deutlichsten sind auf Höhenansiedlungen auf dem Monte Castellone zurückzuführen. Weitere Anomalien wurden an verschiedenen Abhängen festgestellt, die wie als Wege und Terrassierungen erscheinen: Zeichen einer intensiven menschlichen Ausnutzung im Laufe der Zeit.
Auch mit Flugaufnahmen wurden verschiedene Anomalien auf dem Monte Castello in Montegrotto festgestellt. Unter diesen ist besonders ein Teil einer Straße zu erwähnen, die auf den Gipfel des Hügels führte und wahrscheinlich auch ein Graben, der den Gipfel umschloss: mögliche Zeichen einer Festung. Noch weitere sichtbare Anomalien auf der Anhöhe des Hügels wurden als Wohnungsruinen gedeutet, wie später durch direkte Besichtigung bestätigt.
Lidar Untersuchungen in der Ebene haben dagegen keine Resultate ergeben. Der Ackerbau um Montegrotto hat die Oberfläche vollkommen umgestaltet und hat somit auch jede mögliche entdeckbare verborgene menschliche Tätigkeit verlöscht.

Fotodarstellungen und Li.D.A.R. – Bearbeitungen