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Entdecke die Geschichte

Entdecke den Ursprung der „aquae patavinae“ und die Geschichte der Landschaft des euganeischen Thermalgebietes...

 

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Die epigraphischen Quellen

Aus dem Gebiet der Euganeischen Thermen, von literarischen Quelle verherrlicht und auch reich an wertvollen archäologischen Zeugnissen, könnte man ein reichhaltiges und umfangreiches „corpus“ von Inschriften erwarten. Die bis jetzt bekannten Funde enttäuschen aber diese Erwartungen, da die Anzahl der gefundenen Inschriften ziemlich begrenzt ist und der Grund dieser Spärlichkeit kann nur teilweise der zufälligen Art der Auffindungen zugeschrieben werden.
Trotzdem lässt ein weniger oberflächlicher Überblick wertvolle Angaben über die Leute gewinnen, die das Gebiet wegen kultischer oder heilender Gründe besuchten. Aponus ist bestimmt die Gottheit, an der die meisten Widmungen gerichtet sind, es fehlen aber auch nicht Bezeugungen anderer Kulte, die in der Stadt Padua bekannt waren, von der das Thermalgebiet verwaltungsmäßig abhing. Es waren aber nicht nur die Paduaner, die die Thermen aufsuchten, wie es von der Gegenwart vieler Widmungen von Leuten bezeugt wird, die aus anderen Städten und hauptsächlich aus Este stammten. Interessant ist auch die Tatsache, dass alle Gesellschaftsklassen vertreten sind, da nicht nur hohe Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens Zeugnis ihres Glaubens hinterlassen, sondern auch einfache Leute und Sklaven von den verschiedensten Berufen und Gewerben: ein wahrer Querschnitt des täglichen Lebens während der Antike, der sich noch heute dem modernen Leser in natürlicher und direkter Form anbietet.

Grenzinschriften
Felseninschrift des Monte Venda141 a.C.


Der Text wurde direkt in den Stein des Monte Venda graviert
Testo A: [L(ucius) Caeicili]us Q(uinti) f(ilius) pro co(n)s(ule) / terminos finisque ex / senati consulto statui / iousit inter Atestinos / et Patavinos.
– – –
Testo B: L(ucius) Caeicilius Q(uinti) f(ilius) pr/o co(n)s(ule) [[ex]] terminos / finisque ex senati / consulto statui iusit / inter Atestinos / Patavinosque.

Übersetzung A: Lucius Caecilius, Sohn von Quintus, befahl als Prokonsul, dass aufgrund des Entschlusses des Senats die Grenzen zwischen den Einwohnern von Padua und Este festgelegt werden.
– – –
Übersetzung B: Lucius Caecilius, Sohn von Quintus, befahl als Prokonsul, dass aufgrund des Entschlusses des Senats die Grenzen zwischen den Einwohnern von Padua und Este festgelegt werden.

Fundstätte und Datum: Monte Venda, schon im 17. Jahrhundert bekannt (von Sertorio Orsato beschrieben), der Stein wurde 1762 von Isidoro Alessi herausgeschnitten.
Aufbewahrungsort: Museo Nazionale Atestino – Este


Diese Inschriften sind ein deutliches Anzeichen der geschichtlichen Ereignisse, die die venetischen Städte während des 2. Jahrhunderts v. Chr. erleben, als sie sich mit dem graduellen, friedlichen, aber auch unabwendbaren Behauptung der römischen Vorherrschaft auseinandersetzen müssen. Durch ein enges Netz von diplomatischen Abkommen und vetternwirtschaftlichen Beziehungen zwischen den höchsten Vertretern des Senats und den einzelnen zisalpinischen Gemeinschaften, konnte sich die Einmischung des römischen Staates in den Gebieten der Poebene in immer offener Weise entwickeln. Es sind sogar oft die zisalpinischen Städte, die teilweise die Initiative übernehmen und sich an Rom als politische Macht wenden, die maßgebend in der Lage ist, die lokalen Auseinandersetzungen zu lösen. Die hier beschriebenen Epigraphe sind der Ausgang eines Schiedsspruches, dessen Verfahrens sich der römische Senat in der Person des Prokonsuls Lucius Caecilius Calvus annehmen musste, um eine Streitfrage zu lösen, die zwischen den Gemeinschaften von Padua und Este wegen Grenzfragen entstanden war: Es handelte sich nämlich um die Angehörigkeit der euganeischen Thermalzone und ihrer einzigartigen Reichtümer zu der einen oder der anderen Stadt.
Wahrscheinlich um das Jahr 141 v. Chr. geht der römische Magistrat mit der Festlegung der Grenzen zwischen den zwei Gemeinschaften vor und befiehlt die Errichtung von eigens dazu bestimmten Grenzsteinen, die auf dem Gelände gut sichtbar und dauerhaft sein sollten.
Eine genaue und auf den paleographischen Schriftzeichen bezogene Studie der Inschriften lässt vermuten, dass die Texte A des Grenzsteines von Teolo und des Epigraphs des Monte Venda zu der ersten Abfassung der Urkunden gehört, die direkt von dem Prokonsul Lucius Caecilius angeordnet wurden. Die Texte B, dagegen, zusammen mit dem Grenzstein von Galzignano lassen eher ein Neuschreiben nicht später als Anfang des 1. Jahrhunderts v. Chr. vermuten. Zu diesem Zeitpunkt hatten die venetischen Gemeinschaften die schwierige Lage nach den Überfällen der Zimbern überwunden und hatten sich wieder mit Grenzstreitigkeiten befasst und die Zeugnisse des vorhergehenden Schiedsurteils wiederhergestellt.


Bibliografie: CIL, I2, 633 = CIL, V, 2491 = ILS, 5944a = ILLRP, 476 add.
Grenzstein von Galzignano141 a.C.


Kegelstumpfförmiger Trachytgrenzstein (m 3,80×0,60-0,30)
L(ucius) Caicilius Q(uinti) f(ilius) pro co(n)s(ule) terminos / finisque iuset statui ex senati / consolto inter Patavinos Atestinosque
Lucius Caecilius, Sohn von Quintus, befahl als Prokonsul, dass aufgrund des Entschlusses des Senats die Grenzen zwischen den Einwohnern von Padua und Este festgelegt werden.
Fundstätte und Datum: Galzignano Terme, Landgut des Grafen Luigi Donà Dalle Rose, 1922
Aufbewahrungsort: Museo Nazionale Atestino – Este


Diese Inschriften sind ein deutliches Anzeichen der geschichtlichen Ereignisse, die die venetischen Städte während des 2. Jahrhunderts v. Chr. erleben, als sie sich mit dem graduellen, friedlichen, aber auch unabwendbaren Behauptung der römischen Vorherrschaft auseinandersetzen müssen. Durch ein enges Netz von diplomatischen Abkommen und vetternwirtschaftlichen Beziehungen zwischen den höchsten Vertretern des Senats und den einzelnen zisalpinischen Gemeinschaften, konnte sich die Einmischung des römischen Staates in den Gebieten der Poebene in immer offener Weise entwickeln. Es sind sogar oft die zisalpinischen Städte, die teilweise die Initiative übernehmen und sich an Rom als politische Macht wenden, die maßgebend in der Lage ist, die lokalen Auseinandersetzungen zu lösen. Die hier beschriebenen Epigraphe sind der Ausgang eines Schiedsspruches, dessen Verfahrens sich der römische Senat in der Person des Prokonsuls Lucius Caecilius Calvus annehmen musste, um eine Streitfrage zu lösen, die zwischen den Gemeinschaften von Padua und Este wegen Grenzfragen entstanden war: Es handelte sich nämlich um die Angehörigkeit der euganeischen Thermalzone und ihrer einzigartigen Reichtümer zu der einen oder der anderen Stadt.
Wahrscheinlich um das Jahr 141 v. Chr. geht der römische Magistrat mit der Festlegung der Grenzen zwischen den zwei Gemeinschaften vor und befiehlt die Errichtung von eigens dazu bestimmten Grenzsteinen, die auf dem Gelände gut sichtbar und dauerhaft sein sollten.
Eine genaue und auf den paleographischen Schriftzeichen bezogene Studie der Inschriften lässt vermuten, dass die Texte A des Grenzsteines von Teolo und des Epigraphs des Monte Venda zu der ersten Abfassung der Urkunden gehört, die direkt von dem Prokonsul Lucius Caecilius angeordnet wurden. Die Texte B, dagegen, zusammen mit dem Grenzstein von Galzignano lassen eher ein Neuschreiben nicht später als Anfang des 1. Jahrhunderts v. Chr. vermuten. Zu diesem Zeitpunkt hatten die venetischen Gemeinschaften die schwierige Lage nach den Überfällen der Zimbern überwunden und hatten sich wieder mit Grenzstreitigkeiten befasst und die Zeugnisse des vorhergehenden Schiedsurteils wiederhergestellt.


Bibliografie: CIL, I2, 2501 = ILLRP, 476 add.
Grenzstein von Teolo141 a.C.


Grenzstein (m 0,82×0,68-0,55)
Testo A: [L(ucius) Caicilius Q(uinti) f(ilius) / pro co(n)s(ule) terminos / finisque ex] / senati [c]o[nso]lto sta[tui] / iusit [inter / Patavinos Atestinosque].
– – –
Testo B: L(ucius) Caicilius Q(uinti) f(ilius) / pro co(n)s(ule) / terminos / finisque ex / senati consolto / statui iusit inter / Patavinos / et Atestinos.

Übersetzung A: Lucius Caecilius, Sohn von Quintus, befahl als Prokonsul, dass aufgrund des Entschlusses des Senats die Grenzen zwischen den Einwohnern von Padua und Este festgelegt werden.
– – –
Übersetzung B: Lucius Caecilius, Sohn von Quintus, befahl als Prokonsul, dass aufgrund des Entschlusses des Senats die Grenzen zwischen den Einwohnern von Padua und Este festgelegt werden.

Fundstätte und Datum: Teolo, 1837
Aufbewahrungsort: Musei Civici agli Eremitani – Padua


Diese Inschriften sind ein deutliches Anzeichen der geschichtlichen Ereignisse, die die venetischen Städte während des 2. Jahrhunderts v. Chr. erleben, als sie sich mit dem graduellen, friedlichen, aber auch unabwendbaren Behauptung der römischen Vorherrschaft auseinandersetzen müssen. Durch ein enges Netz von diplomatischen Abkommen und vetternwirtschaftlichen Beziehungen zwischen den höchsten Vertretern des Senats und den einzelnen zisalpinischen Gemeinschaften, konnte sich die Einmischung des römischen Staates in den Gebieten der Poebene in immer offener Weise entwickeln. Es sind sogar oft die zisalpinischen Städte, die teilweise die Initiative übernehmen und sich an Rom als politische Macht wenden, die maßgebend in der Lage ist, die lokalen Auseinandersetzungen zu lösen. Die hier beschriebenen Epigraphe sind der Ausgang eines Schiedsspruches, dessen Verfahrens sich der römische Senat in der Person des Prokonsuls Lucius Caecilius Calvus annehmen musste, um eine Streitfrage zu lösen, die zwischen den Gemeinschaften von Padua und Este wegen Grenzfragen entstanden war: Es handelte sich nämlich um die Angehörigkeit der euganeischen Thermalzone und ihrer einzigartigen Reichtümer zu der einen oder der anderen Stadt.
Wahrscheinlich um das Jahr 141 v. Chr. geht der römische Magistrat mit der Festlegung der Grenzen zwischen den zwei Gemeinschaften vor und befiehlt die Errichtung von eigens dazu bestimmten Grenzsteinen, die auf dem Gelände gut sichtbar und dauerhaft sein sollten.
Eine genaue und auf den paleographischen Schriftzeichen bezogene Studie der Inschriften lässt vermuten, dass die Texte A des Grenzsteines von Teolo und des Epigraphs des Monte Venda zu der ersten Abfassung der Urkunden gehört, die direkt von dem Prokonsul Lucius Caecilius angeordnet wurden. Die Texte B, dagegen, zusammen mit dem Grenzstein von Galzignano lassen eher ein Neuschreiben nicht später als Anfang des 1. Jahrhunderts v. Chr. vermuten. Zu diesem Zeitpunkt hatten die venetischen Gemeinschaften die schwierige Lage nach den Überfällen der Zimbern überwunden und hatten sich wieder mit Grenzstreitigkeiten befasst


Bibliografie: CIL, I2, 634 = CIL, V, 2492 = ILS, 5944 = ILLRP, 476
Grabinschriften
AltarAnfang des 1. Jahrhunderts n. Chr. oder sogar Ende des 1. Jahrhunderts v. Chr.


Altar aus dunklem euganeischem Trachyt, mit groben Zierleisten versehen (m 0,92×0,5×0,46).
Die Inschrift befindet sich auf beiden Seiten

Seite A: Semproniae / Tryphenae. / D(is) M(anibus).
– – –
Seite B: D(is) M(anibus). / Sempro(niae) / Tryp(h)en(ae).

Seite A: Von Sempronia Tryphena. Den Göttern Manen (gewidmet).
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Seite B: Den Göttern Manen. Von Sempronia Tryphena.

Fundstätte und Datum: In einem Brückengeländer (heute eingegraben) eingemauert gefunden, längs der Via Appia Monterosso, in der Nähe der Piazza San Lorenzo, 18. Jahrhundert.
Aufbewahrungsort: Musei Civici agli Eremitani – Padua


Der den Göttern Manen gewidmete Grabaltar gehörte zum Grab einer Freigelassenen, wie der griechische Nachname angibt. Seltsam ist die Tatsache, dass die Inschrift zweimal auf den zwei Seiten wiederholt ist, auch wenn mit Unterschieden in der Folge der Worte und der Abkürzungen.
Aufgrund von paleographischen Erwägungen kann die Datierung auf Anfang des 1. Jahrhunderts n. Chr. wenn nicht sogar auf Ende des 1. Jahrhunderts v. Chr. zurückzuführen sein.


Bibliografie: CIL, V, 3035
GrabaltarRömerzeit


Grabaltar (m 1,2×0,48×0,50)
Voderseite: Dis Penatibus
– – –
Rückseite: Catia C(ai) f(ilia) Prim(a) / sibi et / Q(uinto) Sicinio M(anii) f(ilio), / viro suo, / v(iva) f(ecit). / In front(e) p(edes) XX /, retro p(edes) XX. / H(ic) l(ocus) et m(onumentum) h(eredes) n(on) s(equentur)

Voderseite: Den Penaten.
– – –
Rückseite: Catia Prima, Tochter von Gaius, noch lebend (hat dieses Denkmal errichtet) für sich und ihren Mann Quintus Sicinius, Sohn von Marius. Die Grabstätte ist 20×20 Fuß groß (ca. m 6×6). Diese Stätte und dieses Grabdenkmal werden den Erben nicht übertragen.

Fundstätte und Datum: Abano Terme, unbekannt
Aufbewahrungsort: Musei Civici agli Eremitani – Padua


Der Altar wurde wahrscheinlich zuerst den Penaten gewidmet und nur später als Grabaltar verwendet. Die Inschrift wurde von einer Frau für sich und ihren Mann in Auftrag gegeben; interessant sind die Angaben des Ausmaßes der Grabstätte und die Rechtsformel, die das Denkmal von der Hinterlassenschaft ausschließt.


Bibliografie: CIL, V, 2802, Inschrift Vorderseite; 2923, Inschrift Rückseite
GrabsteinZweite Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr. oder 2. – 3. Jahrhundert n. Chr.


Grabstein aus hellem euganeischem Trachyt (m 0,89×0,74×0,18); der Grabstein hat eine rechteckige Form und ist von einem Giebelfeld mit Akroterien gekrönt, auf dem eine Axt, eine Libelle, eine Flöte und eine Sackpfeife graviert sind. Am unteren Teil hat die Grabstele einen rechteckigen Zacken, der zum Einklemmen der Stele in einen quadratischen Trachytsockel diente.
D(is) M(anibus). / Q(uintus) Appeus (sic) Aucu / rinus (sic) Q(uinto) Appeo (sic) Eutychiano, pa/tri optimo, et Ce/sernia (sic) Nicefo/ris, marito dul/cissimo, calamau/lae Apone(n)si. V(i)v(i) f(ecerunt)
Den Göttern Manen geweiht. Quintus Appeus Augurinus für den besten Vater Quintus Appeus Eutychianus und Cesernia Niceforis für ihren liebenswürdigen Mann, Flötenspieler von Abano. Sie machten dieses Denkmal als Lebende
Fundstätte und Datum: Landgut Fattore, östlich der Kirche von San Pietro, jetzt Oratorio della Madonna (Montegrotto), 1896
Aufbewahrungsort: Museo Nazionale Atestino – Este


Der Grabstein wiedergibt die Widmung für Quintus Appeus Autychianus seitens seiner Frau Cesernia Niceforis und seines Sohnes Quintus Appeus Augurinus, als alle drei noch am Leben waren. Nach dem Namen griechischer Herkunft kann man vermuten, dass sie Freigelassene („liberti“) waren. Interessant ist auch die Übereinstimmung zwischen dem Beruf von Eutychianus, einem Flötenspieler, und der gravierten Verzierung des Giebelfeldes, das sich auf der Stele befindet. Man kann hier genau eine Flöte und eine Sackpfeife erkennen. Was dagegen die Axt betrifft, kann man vermuten, dass diese Abbildung mit dem Spruch „sub ascia dedicare“ verbunden ist, der manchmal in den Texten von Grabinschriften zu finden ist. Mit dieser Inschrift will sich der Zueigner die Alleinberechtigung des Monuments für sich und seine Familie absichern.
Aufgrund von paleographischen Erwägungen und der Typologie des Denkmals wurden zwei verschiedene Datierungen vorgeschlagen: eine frühere (zweite Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr.) und eine spätere (2. – 3. Jahrhundert n. Chr.).


Bibliografie: ILS, 5241
Grabstein1. Jahrhundert n. Chr.


Grabstein aus hellem euganeischem Trachyt (m 1,37×0,47×0,12); der Grabstein hat eine rechteckige Form mit halbrundem Oberteil. Am unteren Teil hat die Grabstele einen rechteckigen Zacken, der zum Einklemmen der Stele in einen heute verlorenen quadratischen Sockel diente.
L(ucius) Baebius / Pladome/nus, milis (sic) de clas/se, an(n)orum / XXIX
L(ucius) Baebius / Pladome/nus, milis (sic) de clas/se, an(n)orum / XXIX
Fundstätte und Datum: Am Fuße des Colle Bortolone (Montegrotto), im Landgut des Grafen Cittadella Vigodarzere.
Aufbewahrungsort: Musei Civici agli Eremitani – Padua


Auch wenn man die Redewendung „de classe“ als eine Herkunftsbezeichnung verstehen könnte, ist der Wortlaut „miles de classe“ im militärischen Bereich weit verbreitet. Es besteht deswegen kein Grund zu bezweifeln, dass der mit 29 Jahren Verstorbene ein Seemann gewesen sei, wahrscheinlich in der Flotte von Ravenna eingezogen. Tacitus berichtet, dass diese Flotte hauptsächlich aus Seeleeuten aus dem Balkan gebildet war und mit dieser Auslegung stimmt auch die illyrisch-dalmatinische Herkunft des Nachnamens Pladomenus überein.
Aufgrund von paleographischen Erwägungen kann die Datierung auf das 1. Jahrhundert n. Chr. zurückzuführen sein.


Bibliografie: Lazzaro 1981, pp. 179-181 n° 2
Grabstein1. Jahrhundert n. Chr.


Grabstein aus Veroneser Marmor (m 0,395×0,243×0,18); die Inschrift ist mit einem eleganten Rahmen mit parallel verlaufenden Zierleisten umrandet.
M(arcus) Cocceius / M(arci) Lib(ertus) / Ianuarius
Marcus Cocceius Ianuarius, Freigelassener von Marcus
Fundstätte und Datum: Abano Terme, Haus Orsato, 1641
Aufbewahrungsort: Museo Maffeiano – Verona


Auch wenn ein freigelassener Sklave, hat die in dem Epigraph beschriebene Person ein wertvolles Material als Grabplatte und eine elegante Inschrift benutzt: Zeichen einer guten finanziellen Verfügbarkeit.
Aufgrund von paleographischen Erwägungen kann die Datierung auf das 1. Jahrhundert n. Chr. zurückzuführen sein.


Bibliografie: CIL, V, 2930
GrabsteinRömerzeit


Grabstein
Locus sep(ulturae), / in fr(onte) p(edes) XXX, / re(tro) p(edes) XX
Grabstätte. Dreißig Fuß breit und zwanzig Fuß tief.
Fundstätte und Datum: Schon in dem Dom von San Lorenzo von Abano eingemauert, jetzt verloren.
Aufbewahrungsort: Verloren


Der Anfang der gravierten Formel ist ziemlich üblich und bezeichnet eine geweihte Stätte für die Begrabung einer oder mehr Personen. Die Angabe des Ausmaßes, das ziemlich groß ist (ca. m 9×6), lassen erkennen, dass es sich um einen Platz von einer gewissen Wichtigkeit handelt.


Bibliografie: CIL, V, 3094
PlatteRömerzeit


Platte aus örtlichem Stein (m 0,11×0,16×0,02)
Q(uinto) Murtio / Aphrodisio, / L(ucius) Domitius / Herm[es]
Für Quintus Murtius Aphrodisius, / Lucius Domitius Hermes
Fundstätte und Datum: Abano Terme, 1706
Aufbewahrungsort: Antikensammlung, Kunst historisches Museum – Wien


Die Grabinschrift wurde Quintus Murtius Aphrodisius von Lucius Domitius Hermes gestiftet; beide waren Freigelassene, wie die griechischen Nachnamen angeben.


Bibliografie: CIL, V, 2997
Verwaltungsinschriften
Fragment einer Bronzefolie1. Jahrhundert n. Chr.


Fragment einer Bronzefolie (cm 8,3×8,7×0,2)
[- – – c]omit[es ? – – – / – – – insc]ribi i[ussit ? / fe]cit ? et i[- – – / – – -]um ex [- – – / – – -]op[- – -]
[—] Gefährten [—] befahl, dass es geschrieben wäre [—]
Fundstätte und Datum: Am Fuße des Turmes der alten Pfarrkirche von San Pietro Montagnon, jetzt Oratorio della Madonna (Montegrotto), ca. 1880
Aufbewahrungsort: Musei Civici agli Eremitani – Padua


Auch wenn der Text wegen seiner Lückenhaftigkeit nicht vollkommen rekonstruierbar ist, könnte es sich um eine Testamentsverfügung oder um eine Privaturkunde einer Körperschaft handeln, da „comites“ vorkommen, falls der Integrationsvorschlag von Luciano Lazzaro richtig sein sollte.
Aufgrund von paleographischen Erwägungen kann die Datierung auf das 1. Jahrhundert n. Chr. zurückzuführen sein.


Bibliografie: Lazzaro 1981, pp. 196-197
Grenzstein1. Jahrhundert n. Chr.


Grenzstein aus dunklem euganeischen Trachyt (m 0,945×0,345×0,110), rechteckig mit halbrunder Oberseite
Q(uinti) Crispi / iter / privatu/m
Privatstraße von Quintus Crispius
Fundstätte und Datum: Hauptplatz von Abano, vor der Kirche von San Lorenzo, 1880
Aufbewahrungsort: Musei Civici agli Eremitani – Padua


Es handelt sich um eine interessante Verwaltungsangabe, die den Privatbesitz eines Gutswegs anzeigt, der in Anbetracht der Fundstelle sich wahrscheinlich senkrecht mit der öffentlichen Straße kreuzte, die nach Padua führte. Sein Verlauf entspricht der heutigen Via Appia Monterosso. Die Anzeige stellte eine Mahnung dar, diese Privatstraße nicht zu durchqueren und hauptsächlich keine Gestorbenen entlang der Straße zu beerdigen, da die Straße neben dem Gräberfeld verlief, das gerade längs der Via Appia Monterosso teilweise entdeckt wurde.
Aufgrund von paleographischen Erwägungen kann die Datierung auf das 1. Jahrhundert n. Chr. zurückzuführen sein.


Bibliografie: SI, 600
Kaiserinschriften
ArchitravfragmenteRömerzeit


Vier Architravfragmente aus euganeischem Trachyt; die zwei mittleren hatten ein Ausmaß von m 0,44×0,92×0,45 und m 0,445×0,50×0,46
[- – -] f(ilius) co(n)s(ul)[it?] er(um) tr[ib(unicia) p]otestate [- – – d]ed[it]
[—] Sohn, während seines zweiten Konsulats, widmete mit der [—] tribunizischen Gewalt
Fundstätte und Datum: Ortschaft „La Cazetta“, Montegrotto, Areal der Terme Mioni, gegenüber des Stabilimento Mingoni (heute Hotel Terme Neroniane), 1826-1827
Aufbewahrungsort: Verloren


Die Fragmente waren Teil eines Säulenbalkens eines großen Gebäudes, das traditionsgemäß als Tempel ausgelegt wird, aber es könnte sich auch um die „aedes publica“ handeln, von der Cassiodor spricht: Ein antikes Gebäude, das aber im 6. Jahrhundert n. Chr. schon im Verfall war. Aufgrund verschiedener Auslegungen wurde auch vermutet, dass diese Person mit großer Macht, wie man von dem Amt des Konsuls und der tribunizischen Gewalt ersehen kann, auch Tiberius sein konnte (der sich während seines Feldzuges nach Illyrien sich an den euganeischen Thermen aufhielt, um den Orakel zu befragen ) oder Nero, Trajan oder auch Antoninus Pius.


Bibliografie: CIL, V, 2811
Bauinschriften
Fragment einer Wasserleitung1. Jahrhundert n. Chr.


Fragment einer Bronzewasserleitung
C(aius) Lollius Gratus / Patavi facit
Gaius Lollius Gratus stellt (die Leitung) in Padua her
Fundstätte und Datum: Montegrotto Terme, In Ortschaft „Lastra“, Langut von Alessandro Sette, 1863.
Aufbewahrungsort: Musei Civici agli Eremitani – Padua


Es handelt sich um das Warenzeichen eines Paduaner Herstellers, der wahrscheinlich im 1. Jahrhundert n. Chr. tätig war und auch in anderen Inschriften dokumentiert ist.


Bibliografie: CIL, V, 8117,8
Fragmente von WasserleitungenErste Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr.


Fragmente von Bronzewasserleitungen
Arriae Fadillae
Von Arria Fadilla
Fundstätte und Datum: Montegrotto Terme, Am Fuße des Colle Bortolone, Landgut der Dondi dall’Orologio, während der Grabungen der Thermalgebäude aufgefunden, die in Jahren 1771-1778 durchgeführt wurden.
Aufbewahrungsort: Unbekannt


Der in den Fragmenten von Bronzewasserleitungen gravierte Text hat eine besondere Wichtigkeit, da er die Zugehörigkeit der Leitungen angibt und den Besitz der Gebäude, in denen sie sich fanden, der kaiserlichen Familie anzeigt: Arria Fadilla war nämlich die Mutter des Kaisers Antoninus Pius (Regierungszeit 138-161 n. Chr.). Ähnliche Leitungen wurden auch in der römischen Villa von Via S. Mauro in Montegrotto gefunden.


Bibliografie: CIL, V, 8117,9
Weihinschriften
Fragment einer Votivplatte1. Jahrhundert n. Chr.


Fragment einer Votivplatte aus griechischem Marmor (Fragmentausmaß: m 0,25×0,19)
[Iovi Optimo Ma]xi[mo ? / Ex imp]erio / [eius] posuit / [- – -]rius Men(enia tribu) [Op]tatus, Vice / [ti]nus, /sacerd(os) / [Isid]is Aug(ustae) pas(tophorus)
Dem besten und größten Jupiter, auf seinem Befehl widmete […]rius Optatus, von der Tribus Menenia, stammend aus Vicenza, lebenslänglicher Priester der Göttin Isis Augusta, Pastophorus
Fundstätte und Datum: Am Fuße des Colle Bortolone (Montegrotto), Gut Dondi dall’Orologio, 1781-1788
Aufbewahrungsort: Eingemauert im Lapidarium der Accademia di Scienze, Lettere ed Arti von Padua


Die Inschrift, die hier in der Auslegung von Luciano Lazzaro wiedergegeben wird, ist wahrscheinlich die Widmung an Jupiter seitens eines gebürtigen Vicentiner, der das Amt des Pastophorus der Göttin Isis ausübte. Dieses Amt bezeichnete ursprünglich die Priester, die die Statuen der Gottheiten während der Prozessionen trugen, aber meistens bezeichnete es einfach eine Art von Tempelhütern, die für ihre Pflege und Öffnung verantwortlich waren. Die Lücken im Stein können leider nicht mit Genauigkeit den Familiennamen erkennen lassen, somit kennen wir nur seinen Nachnamen.
Aufgrund von paleographischen Erwägungen kann die Datierung auf das 1. Jahrhundert n. Chr. zurückzuführen sein.


Bibliografie: CIL, V, 2806
Gebälk- oder Konsolefragment1. Jahrhundert n. Chr.


Gebälk- oder Konsolefragment aus griechischem Marmor, von ionischer Säulenordnung (m 0,085×0,202), mit Inschrift auf der Oberseite
C(aius) Acutius / C(ai) f(ilius) Maturus / A(quis) A(poni) V(otum) S(olvit) L(ibens) M(erito)
Caius Acutius Maturus, Sohn des Caius hat den Gewässern des Aponus das Gelübde gerne und aus freiem Willen eingelöst
Fundstätte und Datum: Montegrotto Terme, am Fuße des Colle Bortolone, zwischen 1781 und 1788
Aufbewahrungsort: Eingemauert im Lapidarium der Accademia di Scienze, Lettere ed Arti von Padua


Die Inschrift ist bis jetzt das einzige Zeugnis des Kultes der Gewässer des Gottes Aponus, die im Gebiet von Montegrotto aufgefunden wurde (viele andere sind dagegen aus Abano bekannt). Die Inschrift befindet sich auf der Oberseite eines Gebälk- oder Konsolefragmentes, mit Akanthusblättern und einer Reihe von Schwungringen; es ist aber nicht möglich zu bestimmen, ob sie einem Gebäude oder einer Votivädikula gehörte. Dem Namen nach (Vornamen, Familiennamen, Nachnamen und Abstammung) ist der Zueigner eine freie Person, wahrscheinlich aus Este, da der Familiennamen Acutius nur in dieser Inschrift im Gebiet von Padua belegt wird, und dagegen üblich in Este ist.
Aufgrund von paleographischen Erwägungen kann die Datierung auf das 1. Jahrhundert n. Chr. zurückzuführen werden.


Bibliografie: CIL, V, 2783
InschriftfragmentRömerzeit


Fragment aus griechischem Marmor (m 0,15×0,09)
[—]cati[—]/[—]aug[—]
[—]cati[—]/[—]aug[—]
Fundstätte und Datum: Ortschaft „La Cazetta“, Montegrotto, Areal des heutigen Hotels Vulcania, 1826-1829
Aufbewahrungsort: Verloren


Dieses Inschriftfragment ist nur durch schriftliche Überlieferung bekannt: deswegen ist es nicht möglich weder Aufbewahrungsort, noch Stärke oder andere Eigenschaften des Materials oder der Buchstaben anzugeben. Außerdem sind ein genaues Verständnis und eine Übersetzung nicht möglich: Nur sehr behutsam gibt Luciano Lazzaro drei verschiedene Möglichkeiten an. Könnte man in der zweiten Zeile „Aug[ur?]“ oder wahrscheinlicher „Aug[ustalis]“ lesen, wäre die Inschrift auf ein religiöses Umfeld zurückzuführen. Die Augustales waren nämlich Stadtpriester, die in allen Städten für den Kult der Kaiser zuständig, während die Auguren Priester von alter Tradition waren (schon bei den Etruskern), die für die Deutung des Willens der Götter durch die Betrachtung der Vogelflüge auftraten. Sollte man dagegen in der zweiten Zeile „Aug[ustus]“ lesen, könnte es sich um eine einem Kaiser gewidmete amtliche Inschrift handeln, deren Sinn uns aber wegen der Bruchstückhaftigkeit des Textes unbekannt bleibt.


Bibliografie: CIL, V, 2922
PlatteRömerzeit


Steinplatte
A(quis) A(poni) / C(aius) Trebius / C(ai) f(ilius) / Firmus, / cum dono, V(otum) S(olvit) L(ibens) M(erito)
Gaius Trebius Firmus, Sohn von Gaius, löste mit einer Gabe den Gewässern von Aponus das Gelübde gerne und aus freiem Willen ein
Fundstätte und Datum: Abano Terme, Hügel des Montirone, Mitte des 18. Jahrhunderts
Aufbewahrungsort: Schon im Kloster von San Daniele in Abano, jetzt verloren


Die Person, die das Gelübde den Gewässern von Aponus einlöst, gehört in diesem Fall der „Gens Trebia“ an, die in Venetien sehr bekannt ist, aber nur selten in Padua vorkommt. Interessant ist die Tatsache, dass der Zueigner in der Inschrift betont, dass er das Gelübde mit einer Gabe einlöste, die aus einer Geldsumme oder einem Gegenstand bestehen konnte. Das Gebiet des Montirone war wahrscheinlich während der Römerzeit eine heilige Stätte.


Bibliografie: CIL, V, 2790
PlatteEnde 1. Jahrhundert v. Chr. – Anfang 1. Jahrhundert n. Chr.


Platte aus Marmor aus Luni (m 0,13×0,21×0,17)
Q(uintus) Fabiu[s …] / Nicephor[us] / A(quis) A(poni) [V(otum) S(olvit) L(ibens) M(erito)]
Quintus Fabius Nicephorus löste den Gewässern von Aponus das Gelübde gerne und aus freiem Willen ein
Fundstätte und Datum: Abano Terme, 1877
Aufbewahrungsort: Verloren


Diese Widmung den Gewässern von Aponus seitens Gaius Cluentius kann einer Person zuzuschreiben werden, die nach den griechischen Namen wahrscheinlich ein Freigelassener der „Gens Fabia“ war, die in der „X Regio“ sehr verbreitet war. Die Aufschrift wurde zusammen mit einem männlichen Bildnis gefunden, das hypothetisch dem Zueigner zugeschrieben wurde.
Aufgrund von paleographischen Erwägungen kann die Datierung auf das augusteische Zeitalter zurückzuführen werden.


Bibliografie: CIL, V, 2950
Platte1. Jahrhundert n. Chr.


Platte aus Marmor aus Luni (m 0,13×0,21×0,17); der Text ist in einem Rahmen mit einer Zierleiste eingefügt
Q(uintus) Magurius Q(uinti) f(ilius)Fab(ia tribu) / Ferox / lus(or) epidixib(us) et cetaes I, II, III in / greg(e) Veturian(a), quae et Iuni/orum, A(quis) A(poni) dicavit euras VIII / et pertic(am) uncinor(um) XII. N CCLIX
Quintus Magurius Ferox, Sohn von Quintus, von der Tribus Fabia, Zauberkünstler der „Epidixes“ und Schauspieler bei den „Ludi Cetasti“ I, II, III in der Theatertruppe von Veturius und der Iunii widmete den Gewässern von Aponus acht Eisenplatten und einen Stab mit zwölf Haken. N 259
Fundstätte und Datum: Garten des Hauses Orsato, wo jetzt das Hotel Trieste steht, 1641.
Aufbewahrungsort: Museo Maffeiano – Verona


Quintus Magurius Ferox, Paduaner Bürger, wie man von der Tatsache erkennt, dass er sich der Tribus Fabia zugehörig bezeichnet, war ein Zauberkünstler, der in den sogenannten „Epidexes“ (substantiell unbekannt, da diese Bezeichnung nur in dieser Inschrift bekannt ist) gewandt war, außerdem war er ein Schauspieler, der an den „Ludi Cetasti Patavinorum“ teilgenommen hatte. Die „Ludi“ waren Vorstellungen, die der Überlieferung nach von Antenor gegründet wurden. Es wird diskutiert über die Bedeutung der Zahlen, die in der Inschrift eingefügt sind: sie könnten sich auf die Siege oder auf die drei Plätze des Wettbewerbes oder auch auf die drei Säle, in denen die Vorstellungen stattfanden, beziehen. Auch der Rest des Textes lässt verschiedene Interpretationsmöglichkeiten offen, es ist besonders unklar, was man mit dem Ausdruck „Iuniorum“ verstehen kann. Es könnte die Teilnahme an einer Theatertruppe bedeuten, die von Vertretern der Familie „Iunia“ geleitet wurde, oder man könnte auch an eine bestimmte Aufteilung der Theatertruppe denken (auf die sich die Zahlen I, II, III beziehen könnten), die aus Gruppen von jungen Leuten bestand, die in Turnübung auftraten, neben älteren Schauspielern, die dagegen dramatische Texte deklamierten. Diese Person widmet den Gewässern von Aponus einige Metallgegenstände, die wahrscheinlich mit ihrer Tätigkeit als Zauberkünstler verbunden waren, aber deren Funktion heute nicht mehr zu erkennen ist. Problematisch ist auch das Verständnis der Zahl 259, die sich am Ende des Textes befindet: Sie könnte sich auf eine als Gelübde gewidmete Geldsumme beziehen, oder auf die Zahl der Inschriften, die von der Gedenksteinwerkstätte gemacht wurden, oder auch auf ein Verzeichnis von Widmungen, die sich in einem Stadtarchiv fanden.
Die Inschrift ist auf das 1. Jahrhundert n. Chr. datierbar.


Bibliografie: CIL, V, 2787
PlatteRömerzeit


Marmorplatte
Velleia P(ubli) f(ilia) / Chreste / F(ortuna) V(otum) S(olvit) L(ibens) M(erito)
Velleia Chreste, Tochter von Publius, löste der Göttin Fortuna das Gelübde gerne und aus freiem Willen ein
Fundstätte und Datum: Pfarrkirche von San Pietro Montagnon, ca. 1690
Aufbewahrungsort: Schon im Museo Giustiniani- Recanati von Venedig, jetzt verloren


Velleia Chreste, Tochter von Publius, löste ihr Gelübde einer Göttin ein, die nur mit dem ersten Buchstaben bezeichnet wird: das F. Nach einer faszinierenden Auslegung identifizierte man das F mit „Fons“ (Quelle) wegen der kurzen Entfernung des Fundortes von der heiligen Quelle, die in Montegrotto sehr verehrt war. Heute sind aber die Gelehrten einig, diese Inschrift als eine Widmung der Göttin Fortuna zu erklären, da der Kult der Göttin Fortuna in Padua gut bescheinigt ist.


Bibliografie: CIL, V, 2792
VotivaltarRömerzeit


Votivaltar aus griechischem Marmor (cm 12×9,4×8,2)
Adeptus / Apollini / V(otum) S(olvit) L(ibens) M(erito)
Adept erfüllte Apoll das Gelübde gerne und aus freiem Willen
Fundstätte und Datum: Abano Terme, Montirone, 1858
Aufbewahrungsort: Musei Civici agli Eremitani – Padua


Die Inschrift stellt das einzige Zeugnis des Apollkults nicht nur im Thermalgebiet, sondern auch in Padua dar, dem der Stifter einen kleinen Altar nach Erfüllung eines Gelübdes widmet. Im Paduaner Gebiet ist der Apollkult als Heilgottheit mit der Thermalzone eingehend verbunden. Dem Namen nach, der während der Kaiserzeit für Leute von niedriger Herkunft üblich war, ist der Stifter ein Sklave.


Bibliografie: CIL, V, 2782
VotivaltarRömerzeit


Steinvotivaltar
C(aius) Cassius / Severus / missus ex pr(aetorio) / speculator / A(quis) A(poni) V(otum) S(olvit) L(ibens) M(erito)
Caius Cassius Severus, von der Prätorianergarde in Ruhestand gegangen, Melder, hat den Gewässern des Aponus das Gelübde gerne und aus freiem Willen eingelöst
Fundstätte und Datum: Abano Terme
Aufbewahrungsort: Verloren


Die Inschrift stellt die Erfüllung eines Gelübdes den Gewässern von Aponus seitens Caius Cassius Severus dar, nach der Entlassung von der Prätorianergarde, in der er den Auftrag des Melders innehatte. Da der Familienname Cassius ziemlich verbreitet im Gebiet von Padua ist, ist es wahrscheinlich, dass die Person von Paduaner Herkunft ist.


Bibliografie: CIL, V, 2784
Votivplatte1. Jahrhundert n. Chr.


Grosse Votivplatte aus Marmor aus Luni (m 0,45×0,86×0,24), mit einem von einer Zierleiste eingerahmten Text.
A(quis) A(ponis)/ C(aius) Cluentius C(ai) f(ilius) Romul(ia) Proculus, / Ateste, aedilis, (duum)vir, quaestor / aerari bis, pontifex, V(otum) S(olvit)
Den Gewässern von Aponus, Gaius Cluentius Proculus, Sohn von Gaius, von der Tribus Romilia, aus Este, Ädil, Duumvir, zweimal Quaestor des Aerariums, Pontifex, löste das Gelübde gerne und aus freiem Willen ein
Fundstätte und Datum: Abano Terme, in der Nähe der Bagni Vallisneri, nahe des Montirone, 1711
Aufbewahrungsort: Musei Civici agli Eremitani, Padua


Die Inschrift stellt die Erfüllung eines Gelübdes den Gewässern von Aponus dar seitens Gaius Cluentius Proculus, Sohn von Gaius, der der lokalen Aristokratie der Colonia von Este zugehörte. In seiner Gemeinschaft bekleidete er nämlich verschiedene öffentliche Ämter: das Amt des Ädils stellt die erste Rangstufe der politischen Gemeindekarriere dar (eine Art eines modernen Referenten), dem der Rang des Duumvirs folgt (das die höchste Magistratur darstellt und dem Bürgermeister der heutigen Städte ähnlich ist); die Person hatte auch für zweimal das Amt des Quaestors des städtischen Aerariums inne. Die Angabe des Amtes des Pontifex betrifft dagegen eine religiöse Würde.
Aufgrund von paleographischen Erwägungen kann die Datierung auf das 1. Jahrhundert n. Chr. zurückzuführen werden.


Bibliografie: CIL, V, 2785
VotivplatteEnde 1. Jahrhundert v. Chr. – Anfang 1. Jahrhundert n. Chr.


Grosse Votivplatte aus Marmor aus Luni (cm 9,8x12x0,5), auf den Seiten dekoriert
L(ucius) Pactum[e]ius / Ferox, mil(es) Leg(ionis) XIII[I], / A(quis) A(poni) L(ibens) M(erito) v(otum), / veteran(us), [s]olvit
Lucius Pactumeius Ferox, Veteran der XIV Legion, löste den Gewässern von Aponus das Gelübde gerne und aus freiem Willen ein
Fundstätte und Datum: Wahrscheinlich Abano, unbekannt.
Aufbewahrungsort: Früher in dem Bogengang des Palazzo della Ragione und jetzt in den Musei Civici degli Eremitani, Padua


Der Zueigner der Inschrift ist ein Soldat der XIV Legion Gemina, wahrscheinlich von Oktavian gegründet und nach der Schlacht bei Actium (31 v. Chr.) teilweise demobilisiert: einige der Veteranen wurden als Kolonen nach Este entsendet. Das ist der Grund für die Seltenheit in Venetien des Familiennamens Pactumeius.
Aufgrund von paleographischen Erwägungen kann die Datierung auf Ende 1. Jahrhundert v. Chr. – Anfang 1. Jahrhundert n. Chr. zurückzuführen werden.


Bibliografie: Busato 1888, p. 15